IPHIGENIE IM TRAUERLAND (UA)

nach „Iphigenie im Tauerland“ von Euripides

Text & Regie                          Kostas Papakostopoulos
Bühnenbild & Kostüme          Zezo Dinekov
Musikkomposition                  Herbert Mitschke
Videoinstallation                     John David Seidler

 

Premiere am 28. Januar 2022 im Urania Theater
Platenstraße 32, 50825 Köln

 

Weitere Aufführungen, jeweils um 20:00 Uhr:
29. und 30. Januar 2022
18., 19. und 20. Februar 2022
25., 26. und 27. März 2022

Kartenvorbestellungen DGT: 0221 – 42 12 83 oder über Offticket: Offticket.de

 

„Danach ist nichts mehr wie vorher!“ So sieht unsere Realität in Zeiten der Corona-Pandemie aus. Der Virus fordert die Gesellschaft, spaltet sie, stellt unsere bisherigen Werte in Frage, und stürzt uns dabei in eine nie dagewesene Unsicherheit. Werden wir zu einer Welt vor Corona zurückfinden? Oder müssen wir unser soziales Miteinander für immer verändern?

Im Lichte dieser aktuellen Lage präsentiert unser Theater die Uraufführung „Iphigenie im Trauerland“, inspiriert von Euripides’ „Iphigenie im Tauerland“, konzipiert und inszeniert von Kostas Papakostopoulos.

Trauerland, ein Alptraumland! Eine schreckliche Seuche ist ausgebrochen mit unermesslichen Folgen für das ganze Volk. Die Triage als trauriges Verfahren im verzweifelten Kampf gegen das Virus fordert ihre Opfer: Fremde, Alte und Kranke – der „unproduktive“ Teil der Bevölkerung. Iphigenie, eine Fremde, muss als Pflegerin im Tempel der Göttin Artemis – einem Krankenlager – pausenlos über menschliches Leben entscheiden. Voller Kummer sehnt sie sich nach der weit entfernten Heimat, nach dem geliebten Bruder Orest, nach der verlorenen Freiheit. Die unerwartete Erscheinung von Orest weckt neue Hoffnung. Der Überlebenswille führt die beiden Geschwister zu der gewagten Entscheidung aus dem Trauerland zu fliehen. Doch wie die zahlreichen Überwachungsmechanismen des Landes überlisten? Ein Land, dessen oberste Prämisse es ist, verantwortungsvoll für die Bürger zu sorgen. Ein Land, gezwungen immer wieder neu zu entscheiden zwischen Gesundheit, Sicherheit und Freiheit. Kann den beiden Geschwistern das Unmögliche gelingen?

Papakostopoulos‘ Bearbeitung reduziert die Personen aus Euripides Tragödie vor allem auf die zwei Protagonisten Iphigenie und Orest sowie auf die sogenannte Stimme des Staates. Die beiden Geschwister verkörpern den Wunschtraum aller jungen Menschen nach Sinnlichkeit, Nähe und letztendlich nach Freiheit, in Zeiten, in denen es realistischer Weise keinen Weg zur Freiheit geben kann.

Herbert Mitschkes Musikkomposition und die Videokulissen von John David Seidler schaffen einen mythischen Bild- und Klangraum, in dem sich die zwei Protagonisten wiederfinden und gemeinsam auf eine riskante Reise Richtung Freiheit begeben. In Zeiten, die noch immer vom Virus geprägt sind, möchten wir unseren Frust, den Frust der Trauerländer, durch dieses utopische Märchen auf der Bühne in zauberhafter Weise zumindest für kurze Zeit auflösen!